Dossier Presse und Texte
Pressetext
Das malerische Werk von Anna Altmeier wurzelt in der Romantik, in Symbolismus und Surrealismus. Davon sprechen schon allein die Titel ihrer stets in Zyklen entwickelten Bild-Gruppen: „Insomnia“, „Restlicht“, „Schneewittchen wird erwachsen“. Es öffnet sich eine Welt, die zwischen Traum und Wirklichkeit schwebt, es öffnen sich im Sinne von E.T.A. Hoffmann eigentliche Nachtstücke. Die Welt scheint nicht fassbar, Raum- und Grössenordnungen verschieben sich bis ins Unheimliche. Angst und Beklemmung greifen um sich. Die Farben irrlichtern - und wo sie manchmal doch geradezu lieblich erscheinen, kippt die Szenerie unmittelbar wieder ins Nebelhaft-Unheimliche. Das wird noch dadurch gesteigert, dass die Welt, die da aufscheint, keineswegs im Gestern, sondern ganz und gar – bis hin zu Details – im Heute anzusiedeln ist. In Manchem vermag das an Werke von Leonor Fini zu erinnern, unübersehbar ist jedoch dennoch die Eigenständigkeit der komplexen Bildfindungen. Diese entwickeln sich nicht nur thematisch, entscheidend ist auch die spezielle Technik einer vielschichtigen Malerei in Mischtechnik: Die Schichtungen entsprechen den inhaltlichen Bildfindungen. Wie beim berühmten „Wunderblock“ von Sigmund Freud schimmert das Vergessene oder das Verdrängte hervor und öffnet so auf paradox poetische Art die Abgründe. Wenn denn diese Bilder an die Romantik erinnern, dann jedenfalls an jene, die als schwarze, dunkle oder gar negative umschrieben wird.
Konrad Tobler, Kunstkritiker und Kurator, Bern, 2020
Bibliografie
Videos
Zürich liest - Ausschnitt aus der Buchbesprechung "Schneewittchen wird erwachsen"
Veranstaltung "Zürich liest" 2018. Buchpräsentation "Schneewittchen wird erwachsen". Hans Urs Aerni im Gespräch mit der Kunstschaffenden Anna Altmeier (Malerei) und dem Autor Burkhard Friese (Text). Das Buch ist im Münster Verlag, Basel erschienen.